Das Bündnis gegen das System Amazon informiert in Memmingen zum Tag der ökologisch-sozialen Marktwirtschaft

Foto: Bündnis90/Die Grünen Memmingen
Foto: Bündnis90/Die Grünen Memmingen

Am Montag, dem 13.09. wurde das Bündnis gegen das System Amazon aktiv und informierte die Bürger*Innen an einem Infostand in der Innenstadt von Memmingen über Themen zu nachhaltigen und sozialverträglichen Einkaufsverhalten, sowie zu aktuelle Entwicklungen bei den Ansiedlungsplänen von Amazon in Memmingerberg. Der Flughafen als Bauherr des Projekts stellte vor Kurzem einen Bauantrag beim Landkreis Unterallgäu und machte die Pläne Amazon so wieder konkreter.

Die Allianz besteht aus der Gewerkschaft Ver.di, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, der Betriebsseelsorge in der Diözese Augsburg, dem Bund Naturschutz in Bayern, der Partei Bündnis90/Die Grünen in Memmingen, sowie der Bürgerinitiative Bürger gegen Fluglärm. Viele Ehrenamtliche der Organisationen aus der Region kamen zur Unterstützung. Besonders KAB Mitglieder waren darunter gut vertreten.

Foto: Myriam Gammer
Foto: Myriam Gammer

So tauschte man sich mit Passanten über alternative Einkaufsmöglichkeiten, sowohl online als auch vor Ort aus. Ebenso wurde der kürzlich vom Bio-Ring Allgäu e.V. veröffentliche Bio – Einkaufsführer für das Allgäu verteilt. Darin können sich Konsument*Innen über regionale Einkaufsstellen informieren.

Besuch bekam das Bündnis ebenso von den regionalen Medien. Sowohl der Regionalsender Allgäu TV, als auch ein Vertreter der Memminger Zeitung waren vor Ort. Gemeinsam appellierte das Bündnis an die Menschen zu hinterfragen, wo sie was kaufen könnten. Und wenn schon online bestellt werde, sollten die Kunden erst bei den Läden in der Region schauen. Dabei verwiesen sie auf Versäumnisse der Politik eine solche digitale Infrastruktur bereitzustellen um Unternehmen aus der Region und Konsument*innen zu vernetzen.

Hier geht’s zum Artikel der Memminger Zeitung:
https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/memmingen/amazon-verteilzentrum-memmingen-geplant-allg%C3%A4u-airport-stellt-bauantrag_arid-327097

Schauen Sie sich hier den Bericht von Allgäu TV:
https://www.allgäu.tv/mediathek/video/buendnis-gegen-amazon-infostand-in-memminger-fussgaengerzone/

 

 

Sonntag, Tag des Herrn – die KAB Erkheim – Günztal gestaltet Gottesdienst zum Thema „Freier Sonntag“

Bildquelle: KAB Erkheim
Der Sonntag bringt unseren Alltag wieder ins Gleichgewicht. (Bildquelle: Josef Huber)

Am 01. August stand in Erkheim alles unter dem Zeichen des freien Sonntags. Der Gottesdienst fand unter der Leitung von Pfarrer Ralf Czech statt und wurde von der Betriebsseelsorgerin Dorothee Schindler unterstützt. Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse wurde der Gottesdienst in der Kirche in Erkheim abgehalten und nicht wie traditionell, üblich in der Kapelle im Knaus. Dennoch erfreute sich der Ortsverband eines sehr großen Zulaufs. Für eine Musikalische Umrahmung sorgte eine Bläsergruppe aus Günz.

Um darzustellen, dass ohne Sonntag so einiges anders wäre, wurden zu Beginn Stimmen von Menschen vorgetragen, für die der Sonntag ein ganz anderer Tag ist als die restlichen 6 Werktage.

So hörten die Gottesdienstbesucher unter anderem, dass man in der Woche einen straffen Terminplan habe und dass der Tag getacktet ist: „In die Arbeit, danach die Kleine vom Kindergarten holen, kochen, dann ist Zeit für den Sport und abends treffe ich mich dann noch mit meinen Vereinskollegen. Sonntags ist das anders…“

Auch fühle sich so manch einer wie eine Marionette. „Jeder gibt Termine und Zeiten vor, ob in der Arbeit oder in der Freizeit, ob es die eigenen sind oder die Termine der Kinder und der Ehefrau. . Sonntags ist das anders…“

Dargestellt wurden diese Schilderungen mit Bildkarten, die nach und nach in die Waagschale einer großen Waage gelegt wurden. Sinnbildlich stehend für das Gewicht, welches uns in der Woche belastet.

Doch am Sonntag ist das anders…In der Predigt folgte dann die Schilderung, warum der Sonntag so wichtig ist um dieses Ungleichgewicht an der Waage wieder auszugleichen. Dargestellt durch ein Brot wurde die Bedeutung des Sonntags als wichtiger Bestandteil dessen, was wir zum Leben brauchen aufgeführt. Der Sonntag gibt uns Zeit für Ruhe und Entspannung. An diesem Tag herrscht ein anderer Rhythmus und wir können mit unseren Freunden, unserer Familie zusammen sein und Zeit für Gott finden.

Zum Abschluss richtete Josef Huber der KAB Erkheim noch einige Worte an die Anwesenden. Dabei betonte er, dass der Sonntag ein Tag sei, an dem wir alle gemeinsam ein paar Gänge herunterschalten können. Er ist der Meinung, dass wir diesen verlässlichen gemeinsamen Tag brauchen. Allerdings sei dieser Tag in Gefahr. „Sogar die Partei mit dem „C“ im Namen, die bisher den Sonntag nicht angetastet hat, will nun den Anlassbezug zur Sonntagsöffnung wegnehmen.“ Daher lud er alle Anwesenden ein nach dem Gottesdienst mit den Mitgliedern der KAB über diese Themen und deren Ziele ins Gespräch zu kommen und bat um Unterstützung. Denn man erreiche nur etwas, wenn wir eine starke Gemeinschaft sind.

Aus diesem Grund tritt die KAB für dessen Fortbestand ein und kämpf dafür, dass er uns als freier Tag erhalten bleibt.

 

(Myriam Gammer, KAB Bildungsreferentin)

Guck’sch do, kauf’sch dahoim! Bündnis zum geplanten Amazon – Verteilzentrum

Kein Grund zum Jubeln

Die Berichterstattung über das geplante Verteilzentrum des US – Konzern Amazon in Memmingerberg, sowie die damit einhergehenden Bauvorhaben mögen für Außenstehende fast wie ein wirtschaftliches Wunder klingen: Neue Arbeitsplätze, mehr Raum für Parken, ein Verteilzentrum, das unsere bestellten Waren bald noch schneller vor die Haustüre liefert. Denkt man das Projekt nun aber bis zum Ende hat man schnell keinen Grund mehr zum Jubeln…

package-delivery-1243499_1920
Bild von josemiguels auf Pixabay

Der US – Konzern mischt in vielen Bereichen mit und geht dabei in den seltensten Fällen mit gutem Beispiel voran. Ausgehend von der vor einigen Monaten öffentlichen Diskussion zur Ansiedlung des Unternehmens haben sich daher Organisationen aus unterschiedlichen, gesellschaftlichen Bereichen zusammen geschlossen um gemeinsam auf die Konsequenzen hinzuweisen, die die Ansiedelung eines Unternehmens wie Amazon bringen wird. Die Allianz besteht aus der Gewerkschaft Ver.di, dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Evang.- Luth. Kirche in Bayern, der Betriebsseelsorge in der Diözese Augsburg, dem Bund Naturschutz in Bayern, der Partei Bündnis90/Die Grünen in Memmingen, der Bürgerinitiative Bürger gegen Fluglärm, sowie der KAB.

Massive Erhöhung des Verkehrsaufkommens

Beim Bau eines Verteilzentrums spielt für Amazon die direkte Anbindung an die A96 und die A7 bei Memmingen eine große Rolle. Laut Amazon sind mehrere hundert Touren im normalen Betrieb am Tag geplant. Die Lieferfahrzeuge sollen in kleinen Wellen eintreffen, in Gruppen abgefertigt und auf die Straßen geschickt werden. Zu beachten ist hierbei auch, dass Amazon in der Regel nicht nur mit seinen eigenen Fahrzeugen unterwegs ist. Durch das Heranziehen mehrerer Subunternehmen und privater Fahrer*Innen durch Amazon Flex wird ein Vielfaches der Fahrzeugmenge auf den Straßen unterwegs sein. Bei diesem Vorhaben ist mit einer massiven Erhöhung des Verkehrsaufkommens zu rechnen. Dabei werden nicht nur die Autobahnen von den LKW und PKW stärker frequentiert, sondern auch die Zufahrtsstraßen.

Weiterer Druck auf den Wohnungsmarkt

Wer die Entwicklungen der Wohnungssituation im Raum Memmingen verfolgt, weiß, dass der Raum Memmingen längst zum Speckgürtel Münchens zählt und die Mieten dahingehend steigen. Ebenso kämpfen die Kommunen bei uns mit akutem Wohnungsmangel. Wie Erfahrungen aus anderen Standorten von Amazon Zentren zeigen, arbeitet das Unternehmen und deren Subunternehmen mit einem geringen Teil ortsansässiger Arbeitnehmer*Innen. Der größte Teil der Beschäftigten wird „billig“ aus Nachbarländern wie z.B. Polen, Rumänien oder Litauen rekrutiert. Diese Arbeitskräfte müssen dann auch irgendwo untergebracht werden. In der Folge wird nicht der hiesige Arbeitslosenmarkt entlastet, sondern der Wohnungsmarkt nur weiter unter Druck gesetzt.

„Aktionsgruppe Amazon“ fordert Handlungsrahmen

Dem Bündnis ist es wichtig zu zeigen, dass Konzerne wie Amazon wesentliche Teile unserer Wirtschaft, unserer Gesellschaft und unserer Natur zerstören könnten, sollte ihnen kein konsequenter Rahmen gegeben werden, in denen sie sich mit ihrem Handeln bewegen. Um diesen zu erreichen ist das Handeln der Politik, der einheimischen Unternehmen, aber auch der Konsument*Innen selbst nötig.  Wir stehen für Regionalität, faire Arbeitsbedingungen und nachhaltigen Konsum, daher lautet das Motto:

Guck’sch do, kauf’sch dahoim!

Die KAB Memmingen – Unterallgäu stellt ihre Sonntagsdecke vor!

AN_Gottesdienst_04.07.2021 - KopieIn der Kirche St. Josef in Memmingen präsentiert der Ortsverband Memmingen am 04. Juli im Zuge eines Arbeitnehmer – Gottesdienstes die fertige Picknick-Decke der bundesweiten Mitmachaktion zum Thema Sonntagsschutz.

Die KAB – Ortsvorsitzende Ursula Kasten wies in einer Ansprache zu Beginn des Gottesdienstes auf die Bedeutung des freien Sonntag für uns und unseren Alltag hin und betonte wie wichtig es sei, dass dieser geschützt werde.AN-Gottesdienst_04.07.21 - Kopie

Die KAB Mitglieder brachten anschließend in ihren vorgetragenen Fürbitten ihre Gedanken und Dankbarkeit für alle diejenigen zum Ausdruck, die an Sonntagen arbeiten müssen um für unsere Gesellschaft da zu sein.

Aus vielen einzelnen Beiträgen von Sonntagsfreund*Innen entstand ein großes Statement zum Sonntagsschutz.

Denn es bleibt dabei, der Sonntag ist frei!

Diese Decke hängt nun für Interessierte noch eine Weile in der Pfarrkirche aus ehe sie zu ihrem nächsten Einsatz zum Schutz des freien Sonntags herangezogen wird.